SPD Asperg unterstützt Forderung nach Sanierung der Rundsporthalle

Veröffentlicht am 23.07.2022 in Aktuelles

Große Zustimmung fand bei den Mitgliedern der SPD Asperg der Bericht der beiden Stadträte Markus Furtwängler und Ottmar Breckel auf der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins. Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf dem Abstimmungsverhalten der beiden SPD-Räte zum Thema „Neubau Sporthalle“. Die Versammlung unterstützte die Argumentation von Markus Furtwängler und Ottmar Breckel, die sich im Gemeinderat gegen einen Neubau ausgesprochen hatten.

In der Julisitzung 2021 des Gemeinderats wurde der Grundsatzbeschluss aus 2016 bestätigt, dass eine neue Sporthalle unter dem Siechenberg gebaut und die Rundsporthalle nicht renoviert werden soll. Die beiden SPD-Stadträte stimmten aus folgenden Gründen gegen den Beschluss:

In der Machbarkeitsstudie Umbau und Sanierung Rundsporthalle Asperg vom 21.07.2020 mit Ergänzungen vom 16.04.2021 des Büros Glück und Partner wird folgendes Resümee gezogen: „Während in allen anderen Bauteilen mit der Sanierung ein baulicher und technischer Standard erreicht werden kann, der annähernd dem eines Neubaus entspricht, wird dies für das Kegelschalenhängedach nicht gelten." Die Achillesferse der Rundsporthalle ist somit die Dachkonstruktion. Daher wurde zusätzlich geprüft, ob durch den Einbau von Zug-stäben zur statischen Ertüchtigung auch dieses Problem gelöst werden kann. Im Gutachten von Glück und Partner vom 17.05.2021 wird hierzu ausgeführt:

„Der große Vorteil dieser Lösung ist aber, dass damit ein Komplettversagen der Dachkonstruktion ausgeschlossen ist, wenn die Stahlmembrane durch Korrosion so stark geschädigt sein sollte, dass sie versagt. Das Sicherheitsniveau steigt damit erheblich und vor allem besteht dann auch keine unmittelbare Gefahr mehr für Leib und Leben der Nutzer."

Stadtrat Ottmar Breckel meinte auf der Versammlung, dass die Gutachten also zeigen, dass eine Sanierung der RSPH zu einem Zustand führen wird, der annähernd einem Neubau entspricht.

Laut SPD-Stadtrat Markus Furtwängler wurden im Haushalt 2021 knapp 9,5 Mio € für den "Neubau Sporthalle" bereitgestellt. Da der Grunderwerb für die neue Sporthalle bereits jetzt um 160 000€ teurer wird als geplant und die Verwaltung auch keine Vorschläge zur Deckung dieser Lücke gemacht hat, verstößt der Beschlussantrag der Stadt gegen die Haushalts-satzung von 2021. Ausweislich der Sitzungsvorlage belaufen sich die Kosten für den Neubau einschließlich der so oder so gegebenen Sanierung der RSPH auf € 15.340.000. Auf der Haushaltsklausur im Dezember 2020 wollte die Verwaltung alles auf den Prüfstand stellen, da sie befürchtete, keinen genehmigungsfähigen Haushaltsvorschlag mehr einbringen zu können. Stadtrat Ottmar Breckel: „Es ist für die SPD unverständlich, woher die € 5.875.000 kommen sollen, die der Planansatz über dem Haushalts-Ansatz liegt. Ganz zu schweigen davon, dass dann auch die Sanierung/Neubau eines Lehrschwimmbeckens auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird.“

Im Gegenzug wird die Sanierung der Rundsporthalle Kosten von € 9.773.000 verursachen. Dies sind Kosten, die mit den eingestellten HH-Mitteln von € 9.465.000 nahezu gedeckt werden können. Die Verwaltung rechnet zu den vorgenannten Kosten noch eine angeblich benötigte Interimshalle ein. Die beiden SPD-Stadträte haben bereits mehrfach darauf gedrängt, Landrat Allgaier in den Gemeinderat einzuladen und zunächst auszuloten, inwieweit Asperg die landkreiseigenen Hallen während der Sanierungsphase extensiver nutzen kann. Dies muss nach Meinung der SPD möglich sein, ohne dass es einer Interimshalle bedarf. Die Sanierung der RSPH wird somit rd. 5 Mio € günstiger sein als der Neubau einer Sporthalle.

Als letzter Punkt bleibt als großer Pluspunkt der Sanierung der Rundsporthalle gegenüber dem Neubau einer Halle der Grundgedanke der Nachhaltigkeit. Ottmar Breckel führte aus, dass wir, wo es möglich ist, Altes bewahren und sanieren sollten und neue Flächen nur dann versiegeln, wenn es nötig ist. Dies ist hier der Fall, da die Rundsporthalle durch Sanierung auf einen nahezu neuen Stand gebracht werden kann. Markus Furtwängler dazu: „Die Flächen "Unter dem Siechenberg" können wir als Gemeinbedarfsfläche im Auge behalten, der nächste Kinderhausbau kommt bestimmt.“

In den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass der von der Ratsmehrheit gewollte Neubau nicht so reibungslos von statten geht wie geplant. Der Grundstückserwerb gestaltet sich nach wie vor schwierig, gefühlt alle zwei Monate werden neue Varianten präsentiert, die mittlerweile eines nicht mehr beinhalten: Die Möglichkeit, eine Lehrschwimmhalle zu einem späteren Zeitpunkt zu integrieren. Die SPD-Fraktion hat trotzdem beschlossen, den Neubau wohlwollend, aber kritisch zu begleiten.