SPD-Ortsverein Asperg

Die SPD Asperg wendet sich mit einem offenen Brief an die Anwohner der Carl-Diem-Straße

Veröffentlicht am 12.10.2010 in Kommunalpolitik

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
am vergangenen Dienstag hat der Gemeinderat unserer Heimatstadt Asperg beschlossen, Sie bezüglich der Umbenennung der Carl-Diem-Straße anzuhören.

Nachdem in 2007 der seinerzeitige Gemeinderat mit überwältigender Mehrheit bereits der Umbenennung zugestimmt hatte und danach drei Jahre lang nichts geschah, hatte die SPD-Gruppe im Gemeinderat den Antrag eingebracht, die Straße nunmehr in „Am Bürgergarten“ umzubenennen.

Anstatt diesen Antrag so auf die Tagesordnung zu nehmen, hat die Verwaltung in die Beschlussvorlage aufgenommen, dass zuvor ein Anhörungsverfahren durchgeführt werden solle. Diesem Antrag wurde mit den Stimmen der CDU und der VWG stattgegeben. Dies bedeutet, dass wir in die Zeit vor 2007 zurück versetzt werden und Sie demnächst folgende Wahlmöglichkeiten von der Verwaltung vorgelegt bekommen:
1. Beibehaltung des Namens „Carl-Diem-Straße“ oder
2. Umbenennung in „Hermann-Käser-Straße“ oder
3. Umbenennung in „Am Bürgergarten“

Wir werben für die Alternative 3: AmBürgergarten
Begründung (gekürzt):
[…] Diem war von 1939 an Leiter der Auslandsabteilung des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen. Verbürgt sind von ihm z.B. die Aussagen aus 1940, dass er „mit atemloser Spannung und steigender Bewunderung diesen Sturmlauf, diesen Siegeslauf durch Frankreich“ stand und „der sportliche Geist, in dem Deutschlands Jungmannschaft aufgewachsen ist, erst den Sturmlauf durch Polen, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich ermöglicht hat“. Kurz vor Kriegsende rief er die Hitlerjugend zum „finalen Opfergang für den Führer“ auf. Als aufrechte Demokraten lehnen wir solche Namenspatrone für unsere Straßennamen ab!

Auch die Rolle von Hermann Käser ist umstritten. Er war NSDAP-Mitglied und Anhänger des Naziregimes und während der gesamten Zeit des Dritten Reichs Bürgermeister von Asperg. Er mag seine Verdienste in den letzten Kriegstagen gehabt haben, als er größeres Blutvergießen in Asperg verhinderte. Den Bürgermeister aus dem Dritten Reich halten wir aber dennoch ebenfalls nicht für würdig als Namenspatron zu fungieren.

Wir bitten Sie, für unseren Vorschlag zu stimmen:
Die Bürgerinitiative Alte Sportplätze hat durch ihren jahrelangen, unermüdlichen Einsatz dafür gesorgt, dass dieser Platz nicht auch noch überbaut wurde, sondern eine wunderschöne Grünfläche entstanden ist, die den Bürgerinnen und Bürgern als Erholungsort dient. Daher finden wir, dass es keinen treffenderen Namen als „Am Bürgergarten“ gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Der SPD-Vorstand und die SPD-Stadträte
Markus Furtwängler, Ortsvereins-Vorsitzender und Gemeinderat
Hubert Kohl, SPD-Sprecher im Gemeinderat und Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins
 

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