Zur dritten Veranstaltung der Reihe „Wein und Politik“ lud der SPD-Ortsverein am vergangenen Mittwoch in die Kohl’sche Scheune in Asperg ein. Nach Schule und Sport in Asperg stand diesmal das Thema „Wohnen in Asperg - Sichere Energieversorgung für die Zukunft“ auf der Tagesordnung. Mit der Geschäftsführerin der Energieagentur Ludwigsburg e.V., Kristine Rinderle, und Aspergs Bürgermeister Christian Eiberger waren sachkundige Gäste für das Podium geladen.
Mit Wein startete die gut besuchte Veranstaltung: Der Asperger Altstadtrat und Nebenerwerbswinzer Hubert Kohl kredenzte im Rahmen einer Weinprobe zwei Weine aus eigener Produktion. Gut passend zur Ernennung von Asperg zur Keltenstadt waren die beiden Weine auch als „Keltenweine“ benannt. Bettina Horn-Kohl sorgte wieder in bewährter Weise für eine kleine Mahlzeit als Grundlage für die Weinprobe.
Der Co-Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Jörg Fröscher, moderierte anschließend den politischen Teil der Veranstaltung. Er betonte in seiner Begrüßung die Aktualität des Themas. Der Ukrainekrieg und die kriegerische Auseinandersetzung mit dem Iran hätten deutlich gezeigt, wie stark unser Land bei der Energieversorgung mit fossilen Brennstoffen in globaler Abhängigkeit sei. Spätestens beim Tanken und bei der Rechnung für Gas und Öl merke man dies. Bürgermeister Eiberger stellte in der Diskussion fest, dass es in Asperg als Alternative beim Heizen eigentlich nur die Wärmepumpe gebe. Fern- oder Nahwärme schloss er aus logistischen und finanziellen Gründen aus. „Nur in kleinen Bereichen werden wir in Asperg die Möglichkeit zur Fernwärme haben.“ Kristine Rinderle stellte das Beratungsangebot der Ludwigsburger Energieagentur (LEA) für die Bürgerinnen und Bürger auch in Asperg vor. Mitglieder der Energieagentur sind neben dem Landkreis Ludwigsburg die 39 Städte und Gemeinden, außerdem verschiedene Institutionen und Privatpersonen. „Wir bieten für Privatpersonen eine kostenlose Erstberatung von 45 Minuten per Telefon an. Informieren Sie sich gerne auf unserer Homepage,“ so die Geschäftsführerin. Angesprochen auf das Thema der Versorgung großer Wohneinheiten mit einer Wärmepumpe setzte sie auf die Kreativität und den Erfindungsreichtum. „Da bewegt sich bereits einiges. Wir haben hierfür schon erste praktikable Lösungen.“
Einig waren sich die beiden Gäste beim Thema Stromerzeugung. „Die effektivste Lösung ist eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach. Auch Balkonkraftwerke sind eine Möglichkeit des Einstiegs,“ meinte Christian Eiberger. Kristine Rinderle ergänzte: „Und damit noch das E-Auto speisen ist eine hervorragende Lösung.“
In der anschließenden Diskussion brachten die anwesenden Bürgerinnen und Bürger noch interessante Ideen ein. Mit Dank an Kristine Rinderle und Christian Eiberger sowie an das Ehepaar Kohl für die Gastfreundschaft beendete Jörg Fröscher einen interessanten Diskussionsabend. Auch im Herbst wird wieder eine Veranstaltung zu „Wein und Politik“ stattfinden. Thema soll dann die Frage der Wohnungsnot in unserer Stadt sein.