… keine weltpolitischen, nur kommunalpolitische – und zwar zwischen den Kommunen Ludwigsburg und Asperg! Der Reihe nach:
- Seit vielen Jahren diskutiert Ludwigsburg seine Verkehrsprobleme und sucht nach Lösungen. Entlang der „Verkehrsmagistralen B 27“ ist die Stadt zur Verkehrsdrehscheibe geworden. Vor allem am Nordrand, verteilt sich der aus Süden (Stuttgart, Remseck, Kornwestheim) kommende Verkehr in drei Hauptrichtungen (Bietigheim, Freiberg, Marbach). Hinzu kommen weitere Verkehrsachsen sowie der Quell- und Zielverkehr. Über 70 000 Fahrzeuge bewegen sich täglich allein auf der Hauptachse B 27.
- Wo entlang dieser Verkehrsachsen Wohnbebauung vorherrscht, z.B. an der Marbacher Straße und an der Frankfurter Straße, rufen die Anwohner nach Entlastung. Lange Jahre hindurch wurde deshalb eine Tunnel-Lösung gefordert und diskutiert: Untertunnelung der Frankfurter Straße, oder gar ein „Favorite-Tunnel“, der die Eglosheimer und die Anrainer der Marbacher Straße entlasten würde.
- Doch inzwischen hat man sich von den Großprojekten verabschiedet. „Verkehrsplanung in kleinen Schritten anstelle eines Gesamtkonzeptes“, heißt die neue Philosophie! Der Anfang soll in Ludwigsburgs Westen auf Kosten des Asperger Ostens gemacht werden.
Gestritten zwischen Ludwigsburger Verwaltung und Gemeinderat wird nur noch darüber, ob drei Schritte auf einmal (Strombergstraße, bahnparallele Trasse, Autobahnzufahrt LB-Mitte) oder ob Teilschritte erfolgen sollen. Als ersten Teilschritt fordert die Ludwigsburger Gemeinderatsmehrheit nun die Öffnung der Strombergstraße. Unser Vorstandsmitglied Dr. Thorsten Fröhlinghaus berichtet von einer Bürgerversammlung:
Wem nützt die Strombergstraße?
Am vergangenen Donnerstag beschloss der Gemeinderat der Stadt Ludwigsburg den Ausbau der Strombergstraße. Einen Tag zuvor wurde der geplante Ausbau auf einer Veranstaltung des Bürgervereins Weststadt lebhaft diskutiert. Großes Rätselraten gab es über den Sinn dieser Ausbaumaßnahme. Außer einer geringen Entlastung etwa der Talallee war für die Bewohner der Weststadt kein verkehrspolitischer Nutzen erkennbar. Die Teilnehmer der Veranstaltung befürchteten, dass durch den Ausbau der Strombergstraße dort Siedlungsdruck entsteht – oder entstehen soll. Womöglich könnten sogar innerstädtische Industriebetriebe dorthin umgesiedelt werden, um innenstadtnahe Flächen für eine Wohnbebauung frei zu bekommen. Es schien den Teilnehmern der Veranstaltung unwahrscheinlich, dass die Stadt Ludwigsburg Flächen an einer zentralen Verbindungsstraße einfach ungenutzt lässt. Die „Weststädter“ sehen das Naherholungsgebiet dort in Gefahr, welches ja nicht nur für Ludwigsburg sondern auch für Asperg eine wichtige Frischluftschneise ist. Die weitere Entwicklung rund um die Strombergstraße sollte Asperg deshalb genau im Auge behalten.