Bericht aus der Gemeinderatsfraktion

Veröffentlicht am 24.04.2007 in Kommunalpolitik

Teil II: Von 'Schleichverkehr' und 'Pkw-Schanzen'

Den Schleichverkehr in der Kelterstraße bekämpfen

Die Kelterstraße ist eine der engsten Straßen Aspergs, eigentlich nur eine Gasse - ohne Gehwege, in seiner bescheidenen Breite dem motorisierten Verkehr überlassen: Fahrbahn mit seitlichen Parkstreifen. Fußgänger und Radfahrer haben sich bei dieser „Mischnutzung“ dem motorisierten Verkehr anzupassen. Für ein überschaubares Verkehrsaufkommen mag dies, trotz nicht zu übersehender Gefahrenstellen, in Ordnung sein. Doch in den letzten Jahren – nicht erst seit dem Bau der Neuen Mitte! – hat sich zu dem Quell- und Zielverkehr ein beträchtlicher Durchgangsverkehr hinzugesellt, nämlich der Durchgangsverkehr (Schleichverkehr) von und nach Tamm in/aus Richtung Markgröningen bzw. Möglingen. Dies führte zu einem überhöhten Verkehrsaufkommen, und für die Anwohner und Nutzer zu verstärkter Lärmbelästigung und zusätzlichen Gefahren.

Die Bürgerschaft in diesem Gebiet hat sich in einer Initiative hiergegen gewehrt. Da die Straße bereits als Mischverkehrsfläche ausgebaut ist, sieht der Verkehrsplaner Professor Kölz durchaus die Möglichkeit, durch Anordnung einer unechten Einbahnstraße den Durchgangsverkehr (Schleichverkehr) zu reduzieren, und das mit geringen Mitteln. Nach einer Zählung durch das Landratsamt im März 2007 fahren täglich 1200 Fahrzeuge durch die Kelterstraße. Nach Ansicht der Verkehrsbehörde Grund genug, sofort eine Verkehrsberuhigung sowie die vorgeschlagene unechte Einbahnstraße anzuordnen. Nur der Bürgermeister und einige Gemeinderäte glauben tatsächlich, dass dieses Verkehrsaufkommen mit dem Ende der Baustelle „Neue Mitte“ erheblich zurückgehen würde und sich daher verkehrsberuhigende Maßnahmen erübrigen würden. Deshalb will Bürgermeister Storer, dass nach Eröffnung der Stadtmitte, vor den Sommerferien noch einmal gezählt wird. Die SPD-Fraktion glaubt nicht an die vermutete deutliche Reduzierung. Lediglich einige Baustellenfahrzeuge, die zudem das Durchfahrtsverbot für LKW- Fahrzeuge ignorieren, werden wegfallen. Deshalb unterstützen wir den Vorschlag des Verkehrsplaners und des Landratsamtes.

Gefahrenpunkt „Stuttgarter Straße – Kornwestheimer Straße

Aus dem Schulzentrum kommende Rad fahrende Schülerinnen und Schüler, die sich mit rasanter Geschwindigkeit die Kornwestheimer Straße herabbewegen, sind bei der Einmündung in die Stuttgarter Straße erheblicher Gefahr ausgesetzt. Deshalb hat die Stadt dort eine Verkehrsschwelle errichten lassen, der den Straßenverkehr in der Stuttgarter Straße erheblich bremst und damit die Rad fahrenden Schüler schützt. Ein außerordentlicher Ortstermin des Verkehrsausschusses am 2.4.2007 an der Kreuzung Stuttgarter -, Kornwestheimer-, Hölderlinstraße sollte Klarheit darüber verschaffen, ob die aufgetragene und stark umstrittene Schwelle zur Sicherheit der Schüler in Höhe der Kornwestheimer Straße über die Stuttgarter Straße hinweg weiterhin notwendig ist. Die Anwohner haben sich über den Lärm beschwert, der entsteht, wenn Pkws darüber fahren. Abgesehen davon, dass ein solches Bauwerk in Asperg einmalig ist, ist die erhoffte Wirkung natürlich eingetreten. Fahrzeuge fahren erheblich langsamer und die querenden Radfahrer von der Kornwestheimer Straße in die Hölderlinstraße und umgekehrt fühlen sich sicherer, da die übrigen Verkehrsteilnehmer wegen dieses „Hindernisses“ zwangshalber langsamer fahren. Eine Änderung der Vorfahrt durch ein Stoppschild auf der Stuttgarter Straße wurde von der SPD-Fraktion vorgeschlagen, aber von der Polizei nicht als wirksam angesehen, weil sich keiner daran halten würde. Daher wurde nach Abwägung der Argumente mehrheitlich beschlossen, die Schwelle zu belassen, aber die Auffahrgeräusche der Fahrzeuge durch eine „Anrampung“ zu reduzieren und damit die Lärmbelästigung für die Anwohner zu verringern

Der Artikel stammt aus der Feder von Hubert Kohl, Fraktionssprecher der SPD Gemeinderatsfraktion.