Uneinnehmbar war unsere Bergfeste im Laufe ihrer Geschichte wahrlich nicht. Sie musste fast vor jeder längeren Belagerung kapitulieren. Doch für die Asperger Bürgerinnen und Bürger ist die Festung seit Jahrhunderten verschlossen.
Zutritt haben nur Gefangene und Angestellte des Strafvollzuges. „Fremde“ dürfen den Sicherheitsbereich der Festungsanlage nur selten betreten und wenn, dann nur unter starker Kontrolle. Zum Beispiel, als eine Gruppe des SPD-Ortsvereins im Juni 2005 der „Sozialtherapeutischen Anstalt“ einen Besuch abstattete. Was den Gebäudekomplex der Festung und dessen Geschichte anbelangt, so ist man auf Luftbild, Literatur und unsere Asperger „Bergführer/in“ angewiesen.
Wird ein alter Wunsch wahr?
Seit etwa zwei Jahrzehnten besteht in „geschichtsinteressierten Kreisen“ der Asperger Bevölkerung und darüber hinaus der Wunsch nach einer kulturellen Nutzung des Berges. Ein Verein formierte sich (Förderverein Hohenasperg e.V.). Asperger Parteien nahmen den Wunsch in ihr Parteiprogramm auf. Landtagsabgeordnete wurden aktiv. Zusagen der zuständigen Minister (Justiz-, Finanzminister) erfolgten und wurden wieder zurückgezogen. Doch nun keimt im Brief des Fördervereins Hohenasperg an Bürgermeister Storer Hoffnung auf: „Das Land hat signalisiert, ein Stockwerk des ‚Arsenalgebäudes’ zukünftig als Museum zu nutzen, sofern die Unterhaltskosten für das Museum im Arsenalbau von der Stadt übernommen werden.“ Der Förderverein schätzt diese Kosten auf ca. 25 000 Euro pro Jahr.
Stadtverwaltung und Gemeinderat begrüßen die Idee
In seiner Sitzung am 19.2.08 beschloss der Gemeinderat auf Antrag der Stadtverwaltung einstimmig die Übernahme der Unterhaltskosten. Nähere Regelungen bleiben einem „Vereinbarungsvertrag zwischen Stadt Asperg und Land Baden-Württemberg“ vorbehalten, in dem der Begriff „Unterhaltskosten“ klar zu definieren ist. Auch über einen Zeitplan muss noch verhandelt werden.
Hohenasperg - Stätte der politischen Bildung
Im Herbst 1998 besuchte der Vorstand des SPD-Ortsvereins gemeinsam die Ausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg anlässlich des 150-jährigen Gedenktages zum Revolutionsjahr 1848. Thema der Ausstellung in den Kasematten: „Demokratiebewegung in Württemberg und Baden im 19. Jahrhundert“ . Unter dem Eindruck dieser Ausstellung formulierte der Vorstand für die SPD Asperg eine zweistufige Forderung:
- Mittelfristig: Nutzung eines Teils der Festung für ein Museum „Die SPD liebäugelt mit der Einrichtung eines ‚Dokumentationszentrums zur Geschichte der Demokratie in Baden-Württemberg’.“ (Kommunalwahlprogramm 2004)
- Langfristig: Der Nutzung für den Strafvollzug soll eine kulturelle Nutzung folgen. Die Festung Hohenasperg wird zu einer „politischen Bildungsstätte“ unter dem Schwerpunkt der Demokratie-Erziehung umgewidmet. (Tischvorlage des OV 2003)