Langweilig wurde es nicht, als in der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins am vergangenen Donnerstag zwei Parteigenossen das Pro S21 und das Contra S21 leidenschaftlich, aber auch sachkompetent darstellten.
Langweilig wurde es nicht, als in der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins am vergangenen Donnerstag zwei Parteigenossen das Pro S21 und das Contra S21 leidenschaftlich, aber auch sachkompetent darstellten.
Peter Rockstroh, Ortsvereinsvorsitzender in Stuttgart-Vaihingen begründete, weshalb er für S21 wirbt:
- Das Projekt bringt den Anschluss der Stadtmitte und des Flughafens an das Europäische Schnellbahnnetz.
- Im Schnell- und im Regionalverkehr ergeben sich Fahrzeitverkürzungen.
- Der Wirtschaftsraum Mittlerer Neckar profitiert hiervon.
- Stuttgart hat die Stadtentwicklung in den frei werdenden Gleisanlagen in eigenen Händen.
- Die Ökobilanz verbessert sich, wenn mehr Menschen mit dem Zug fahren.
- Der Schlossgarten bleibt flächenmäßig erhalten.
- Das Projekt S21 ist unter Bürgerbeteiligung entwickelt worden und hat den parlamentarischen Weg ordnungsgemäß durchschritten.
- Mit Tunnelbauten hat Stuttgart bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht.
Frank Distel, Ingenieur für Verkehrsbauten, Ortsverein Ostfildern, sprach eingangs von einem schlechten Bahnhof S21 bzw. einem schlecht geplanten Projekt:
- Im Tiefbahnhof S21 geht es horizontal und vertikal sehr eng zu, was dazu führt, dass die nutzbare Bahnsteigbreite im Extremfall nur 2,05 m beträgt.
- Die 49 Züge pro Stunde sind nur durch Doppelbelegung der 8 Gleise zu erreichen.
(Heiner Geißler schlug deshalb 10 Gleise vor.) Der Kopfbahnhof K21 leistet heute schon 56 Züge pro Stunde. Er kann ohne Flächenverbrauch auf 79 Züge erweitert werden. (Einbezug der alten Gepäckbaahnsteige)
- Eine Längsneigung von Gleisen und Bahnsteigen von 1,5 % seien laut Eisenbahngesetz nicht erlaubt.
- Der Zentrale Busbahnhof gehöre an den Hauptbahnhof und nicht auf die Filder.
- Ein entscheidender Teil des Schlossgartens geht verloren.
- Dass die Gäubahn von Herrenberg in Feuerbach ende und nicht am Hauptbahnhof sei „ein Murks“.
- Die Ausstiegskosten aus dem S21-Projekt betragen 276 Mio. Euro. Die Gegenseite hätte diese künstlich hochgerechnet auf 1,5 Mrd. Euro.
Einig waren sich die Beiden darin, dass
- die 4,5 Milliarden Euro nicht reichen werden und das S-Bahn-Nadelöhr am Hauptbahnhof weder durch S21 noch durch K21 eine befriedigende Lösung erfährt.
In der Diskussion vertraten die Referenten die Meinung, dass die Tatsache, dass die Mitglieder und Repräsentanten der SPD in der S21-Frage gespalten sind, aus Demokratie-Sicht auch positiv bewertet werden könne.
Der Vorstand des SPD-Ortsvereins ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, an der Volksabstimmung teilzunehmen.
Am Sonntag 27.11. lädt der SPD-Kreisverband zu einer „Demokratie-Party“ ein:
Haus der SPD Ludwigsburg, Bärenstr.5, ab 17 Uhr.